Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde

Projekt "Internationale Volkskunde?"

Im Rahmen des Projektes "Internationale Volkskunde?" erarbeiteten die Studierenden im Master Europäische Ethnologie/Volkskunde auf der Basis verschiedener textlicher Quellen Zugänge zu historischen Aspekten des Faches. Ihnen wurde die Möglichkeit eröffnet, die Inhaltsanalyse mittels Software zu unterstützen und das Programm MAXQDA zu nutzen. Im Ergebnis entstanden ein Abstract und Manuskripte, die sich an fachwissenschaftlichen Zeitschriftenartikel orientieren und einen gemeinsamen redaktionellen Prozess durchliefen.

Dass die schwierige Frage nach der Internationalität des Faches Volkskunde nicht abschliessend würde beantwortet werden können, wurde schon zu Beginn des Projektes durch die Rezeption der Diskussionen von Fachvertretern im Tagungsband "Mobilitäten" aus dem Jahr 2011 deutlich. [1] Daher sollte den Studierenden in Bezug auf die Wahl des Themas ausreichend Spielraum gegeben werden. Methodische Vorgaben durch die Einbeziehung von MAXQDA und die Beschränkung auf verfügbare Quellen bedeuteten zudem Limitierungen, die in der akademischen Forschung so nicht bestehen. Doch die Idee, die dem fachgeschichtlichen Projekt zugrunde lag, bestand darin, die Analyse in den Mittelpunkt zu stellen.

Aufgrund dieser gleichzeitigen methodischen Restriktionen und inhaltlichen Freiheiten sowie der unterschiedlichen Ausgangsinteressen ergab sich schliesslich ein sehr ausdifferenziertes Themenfeld, von den Anfängen der schleswig-holsteinischen Volkskunde über die ‚jüdische‘ und ‚sudetendeutsche‘ Volkskunde bis hin zur Sonderrolle der baskischen Folklore in der Zwischenkriegszeit.

Schema

 

Abstracts

Eckert, Lea: Konzeption der Volkskunde in der Zwischenkriegszeit: Gustav Friedrich Meyer und die ‚Laienforschung’ in Schleswig-Holstein

Fink, Sten: Die ‚Sudetendeutsche Volkskunde‘ Emil Lehmanns. Eine Untersuchung der geographischen Terminologie hinsichtlich deutsch-nationalistischer Anschlussbestrebungen

Kieffer, Marie-Claire: Baskischer und spanischer Nationalismus im volkskundlichen Diskurs Anfang des 20. Jahrhunderts 

Menze, Nele & Steffens, Krister: Jüdische Volkskunde. Eine Betrachtung der ‚Inter-/Transnationalität‘ der Jüdischen Volkskunde am Beispiel der Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde

Möckel, Katharina: Die Volkskunde in der Zwischenkriegszeit - Begriffsanalyse zu Adolf Spamer und Hans Naumann

Proudfoot, Michèle-Nathalie: Der Schleswig-Holsteiner-Bund. Eine Analyse der Medientexte des Schleswig-Holsteiners in Bezug auf den Grenzdiskurs

 

 

 

 

 

 

 

[1]  Vgl. Bernd Jürgen Warneken: Der zähe Mythos von der Nationalborniertheit der frühen Volkskunde (1890–1914). In: Reinhard Johler, Max Matter, Sabine Zinn-Thomas (Hgg.): Mobilitäten. Europa in Bewegung als Herausforderung kulturanalytischer Forschung. Münster [u. a.] 2011, S. 310–316; Konrad Köstlin: Volkskunde vor und zwischen den Weltkriegen. Anmerkungen zur Internationalität des Fachs. In: Ebenda, S. 317–325; Friedemann Schmoll: Das Europa der deutschen Volkskunde. Skizzen zu Internationalisierungsprozessen in der Europäischen Ethnologie des 20. Jahrhunderts. In: Ebenda, S. 425–434.