Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde

Provinzen der Kultur. Aneignungsweisen, Umdeutungen und Zuschreibungen

Wie wird Kultur gesellschaftlich verfügbar gemacht? Wer erzeugt sie, wie greift sie in gesellschaftliche Praxis ein und welche Möglichkeiten hat der Einzelne, entlang der Selbstmächtigkeit von Kultur sich zum Ausdruck zu bringen? Gerade angesichts der vielfach geführten Diskurse um die Relevanz der Kultur als analytischem Begriff, die im Ergebnis Kultur immer mehr ins Abseits drängen, stelle ich die je individuelle, die transaktionale/figurative und die selbstmächtige Logik von Kultur heraus. Kultur als Emanation (individuell, transaktional/figurativ) und Kultur als Fetisch (selbstmächtig) standen und stehen stets in einem wechselseitigen Verhältnis, doch hat die normative Kraft kultureller Produkte und Ausdrucksformen in den letzten Jahrzehnten nachgelassen. Kultur als Emanation wurde entsprechend wirkmächtiger. In der Folge kann nicht mehr von einer Kultur gesprochen werden (Gesellschaft = Kultur), sondern nur noch von Provinzen, also emotionalen und kognitiven Verdichtungen, die wiederum von den Subjekten Kompetenzen und Ausdrucksmöglichkeiten einfordern (Virtuosität), die diese sich aufwendig aneignen müssen.

Teilprojekt 1: Befragung des Alltags (abgeschlossen)
Befragung des Alltags (Praxis und Kultur, 5). Göttingen 2018. 

Teilprojekt 2: Kultur - Alltag - Werte